Selbstvermarktung und Subversion im Netz

Die gegenwärtige Gouvernementalität, Facebook und Anonymous

Auf Facebook, dem meist genutzten „sozialen Netzwerk“ gilt es, täglich eine Performance des eigenen Lebens zu bieten. Sich selbst begutachten und bewerten zu lassen. Je mehr potentielle Zuschauer, also Freunde desto besser. Jene Praktiken der Selbstthematisierung bzw. -vermarktung sind Teil der neoliberalen Gouvernementalität und passen perfekt in Gesellschaften, in denen Arbeit genannt wird, was früher Freizeitvergnügen war: Man muss kreativ und kommunikativ, konkurrenzorientiert und kalkulierend zu sein. Doch im biopolitischen Kapitalismus des globalen Empire macht sich die Multitude schon breit und verweigert die Gesichtskontrolle: Anonymous. Anonyme Kollaboration – die Antithese zu Facebook. Ist Anonymous der neue Widerstand? Eine Bewegung, die die gegenwärtige Gouvernementalität, ihre Repräsentationslogik, ihren Zwang zum Spektakel unterläuft? Ist Anonymous die neue kritische Kollektivität im Netz?

Beteiligte Sprecher

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